Urtica – Brennnessel

Die Brennnessel.

IMG_1536.JPG

Für wahrscheinlich die meisten Menschen mit der „unangenehmen“ Erinnerung eines Brennnesselstichs in Assoziation stehend.
Außer sich aber geschickt gegen Fressfeinde zu schützen, hat sie auch noch andere nennenswerte Eigenschaften, vor allem in Anbetracht auf den Nutzen welchen der Mensch aus ihr ziehen kann.

Zu aller erst möchte Ich kurz erwähnen, dass es einen ganz einfachen Trick gibt die Brennnessel zu ernten, ohne sich von Ihr stechen zu lassen, und zwar in dem man sie ganz einfach von unten nach oben anfasst. So ist es den Brennhaaren nicht möglich in eure Haut einzudringen, da sie nach oben ausgerichtet sind, und bei leichtester Berührung abbrechen. Um bei der Ernte größerer Mengen das Ganze zu vereinfachen kann man sich natürlich auch Handschuhen und / oder einer Schere bedienen.

Zunächst sei ein praktischer Nutzen dieser Pflanze genannt. Diese Information könnte vor allem für Leute interessant sein, welche sich für das Überleben in der Natur, mit natürlichen Materialien interessieren. Befreit ihr die Brennnessel zunächst von ihren Blättern und anschließend, den Stängel von seiner Außenhaut, so lassen sich aus diesem Material, durch gemeinsames verdrehen und verknoten, sehr strapazierfähige Schnüre und Seile herstellen.

Eine weitere Anwendung die nichts mit dem Verspeisen der Brennnessel zu tun hat ist folgende. Sammelt ausreichend Pflanzenteile (ganze Pflanze), gebt sie in einen großen Topf oder Eimer und schüttet das Ganze mit Wasser auf.
Nach 2-3 Tagen ist dieser Sud sehr gut um auf ökologische Art und Weise Blattläuse zu bekämpfen. Dazu füllt ihr den Sud einfach in eine Sprühflasche ab und besprüht die betroffene Pflanze einige Tage hintereinander damit.

Nach ca. einer Woche, ist dieser Sud eine sogenannte Jauche, mit welcher sich sehr gut, die allermeisten Pflanzen düngen lassen. Die Jauche wird in einem Verhältnis von 1:20 mit normalem Gießwasser gemischt, bei etwas stärkeren Pflanzen auch im Verhältnis von 1:10.
Außerdem können die geschnittenen Pflanzenteile der Urtica auch pur, super als Mulch verwendet werden, d.h. um kahle stellen im Beet damit abzudecken. Somit bleibt die Erde länger feucht und Beikräuter werden etwas aufgehalten in ihrem Wachstum, da den jungen Keimlingen das Sonnenlicht genommen wird.

So, nun kommen wir zu verschiedenen Möglichkeiten des Konsums der Brennnessel und ihrer Heilwirkung auf den Menschen.

Nachdem ihr die Blätter geerntet habt (für den Rohverzehr, am Besten nur die jungen Triebspitzen nehmen. Diese sind zarter und haben die meiste Energie in sich.), habt ihr verschiedene Möglichkeiten diese weiter zu verarbeiten. Ihr könnt sie direkt roh essen, dafür müsst ihr zunächst die Brennhaare entfernen, zum Beispiel indem ihr mit einem Nudelholz oder sonstigem sanft über sie drüber rollt, das reicht schon. Meistens brechen die Haare auch schon beim Waschen im Sieb. Also direkt Roh im Salat, zum Käsebrot oder auch als Zutat in einem Smoothie oder Saft.

Die Brennnessel lässt sich aber auch super gut warm verarbeiten, indem man sie wie Spinat behandelt. Zum Beispiel als Spinat zu Kartoffeln, oder als Zutat in einer Wildkräutersuppe. Ich habe mir letztens einen Blätterteig mit Brennnessel, Giersch und Löwenzahn gefüllt, etwas Feta dazu gegeben und im Ofen goldbraun gebacken. Mhh das war sehr bekömmlich und lecker.

Bei der Verwendung in der Küche ist der Fantasie keine Grenze gesetzt und es gilt, probieren geht über studieren :).

Kommen wir jetzt zu der Heilwirkung dieser wunderbaren Pflanze, welche für die meisten Menschen so unscheinbar am Wegesrand wächst, obwohl sie ein wahrer Schatz ist wenn man um ihren Wert weiß.
Um die volle Heilkraft der Pflanze zu gewinnen, sollte man sie entweder roh verzehren, oder aber man bereitet einen Tee aus den frischen oder getrockneten Pflanzenteilen zu.

Sie besitzt eine vielfältige Heilwirkung :

Blutreinigend, blutbildend und blutstillend. gegen Frühjahrsmüdigkeit
– Stoffwechselfördernd, gegen : Harnwegserkrankungen, Verstopfung, Durchfall,
Magenschwäche, Nierenschwäche, Menstruationsbeschwerden, Appetitlosigkeit
– gegen Rheumatismus, Gicht
– Haarwuchsfördernd und gegen Schuppen (Tinktur als Shampoo)
– unterstützend bei Diabetes
– „Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Silizium, Vitamin A und C (ca. 2x mehr Vitamin C als Orangen), Eisen“ (Wikipedia)

Wegen ihrer Wirkungen ist sie besonders für eine Frühjahrskur geeignet, bzw. ist ihr Konsum an sich eine Frühjahrskur. 🙂

Man kann ebenso die Wurzel und Samen der Pflanze prima verwenden. Die Samen geben Kraft und haben einen sehr hohen Anteil an Proteinen, ähnlich wie Hanfsamen.

Übrigens hat die Brennnessel eine Zeigerfunktion, wo sie wächst ist der Boden stickstoffhaltig, somit gut für Pflanzen die viel Stickstoff zum wachsen brauchen.

Wir sehen also, die Brennnessel ist eine tolle Pflanze und hat zu unrecht einen schlechten Ruf bei vielen Leuten. Sie ist auf der ganzen Welt weit verbreitet in unterschiedlicher Ausführung, also verschiedener Arten. Die meisten (wenn nicht alle) anderen Nesselarten sind außerdem auch essbar, sowie Taubnessel oder Goldnessel.

Auf das die Brennnessel an Beliebtheit gewinnt, und wir uns gemeinsam bester Gesundheit erfreuen.

Namasté

Gewohnheiten

Ich liebe die Natur sehr,

doch sitze sooft in meiner Kammer.

Habe alte Gewohnheiten

an welche Ich mich klammer.


Bin ich frei

oder von Umständen bestimmt?

Bin ich der Vogel der fliegt,

oder das Blatt welches im Flusse schwimmt?

Handle wirklich Ich, 

oder es durch mich hindurch?

Habe ich vor dem Tod

oder dem Leben mehr Furcht?