Ein unbekanntes, fernes Rufen 
von Kräften die die Welt erschufen
lässt mich ständig weitergehen
die Sehnsucht, das Rufende zu sehen.

Ich fiel schon oft auf meinem Wege
und oft dauerte es sehr lang
bis Ich wieder stand

doch das Ich mich überhaupt bewege
dafür reich Ich mir die Hand.

Und mein Verstand
schickt meinem Herzen Liebesbriefe
und es antwortet Ihm verlegen
dass es auch Ihn bräuchte, zum Leben.

 

Soldaten

Für viele stellt sich die Frage,
nach der eignen Wahrheit gar nicht.

Wenn der Aufruf verhallt,
stehen sie bereits, an Ort und Stelle,
mit Speer und Plattenharnisch.

Kämpfen für etwas
von dem sie vorher nicht wussten,
dass sie dafür kämpfen wollten.
Jemand stellte Aussichten
und beschwor dunkle Wolken

So werden sie Täter
weil sie Opfer sind.

Gefangenschaft

Ein ungezähmtes, wildes Tier
streift durch den urwüchsigen Wald
atmet frische Luft
gehorcht nur sich Selbst
bewegt sich frei

Gefangen wirds, betäubt
und in einen Käfig gesperrt
Findet sich wieder
gedemütigt, dressiert
und mit fertigem Fraß ernährt

Beklemmung und Leiden
ursprünglich ein wildes Tier
nun stell dir vor in diesen Zeilen
spreche Ich von Dir.

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Laubwaldpilz

Mit dem Regen fallen Eichenblätter
welche sich wie eine Decke
auf die Alten legen. Es strecke
sich der Steinpilz, noch scheu, hervor
aus den Blättern, die bereits fielen
das Jahr davor.
 
Wie ein Schlagabtausch
verliert das Laub an Lebenskraft
und schenkt dem Pilz seinen Leichnam.
Er ganz im Rausch
wie in der Jugend, nicht lange nachgedacht
schießt empor mit seinen Brüdern gleichsam.
 
Lange werden sie nicht verweilen
doch solange sie dem Leben
Ihre Dienste geben
und Ihrem Streben nachgehen
freuen sie sich bescheiden.