Nach dem Spiegelglatten
sehnt es sich nach dem Rauen
nach unzählbaren Gehwegplatten
sehn Ich mich nach dem Baum
und Waldwegen

nach vielen dürren Tagen
feiern wir den Regen
und sind deswegen
nach Liebe durstig

Oh Herbst wenn du weinst
und die Süße in die Traube treibst
und alle Farben reif und prächtig
scheinen, bin ich nicht mehr verächtlich
sondern dankbar zutiefst
und frage nicht nach des Mordes Motiv
sondern geh in den Wald und verlief
mich gerne darin, die Wärme dahin
Doch das Geschenk allgegenwärtig
Gott ist kein alter Mann welcher bärtig
sondern Eiche, Fuchs und Wegerich
oder auch im Fluss ein reger Fisch.
 
G.B

Adler

Als der Adler einen jungen Hasen greift
und kurz davor Blume und Wiese streift
ist er gewissermaßen
alles das zur selben Zeit

Es herrscht Selbst Frieden im Streit
weil die Natur sich Selbst nicht unterteilt
Es herrscht Gleichgewicht das sich zur Zeit
der Menschen nicht mehr zeigt
doch die Zeiten des Menschen gehn vorbei

und so wird auf lange Sicht gesehen
die Waage schwankend, immer gerade stehen

Im immer Wandelnden
gibt es einen goldenen,
konstanten Faden, der sich
durch jedes Ding einmal fädelt.

Beschienen von Licht,
allem ungleich, allem ähnelt.


Das Formlose, drückt sich
in jedweder Form aus
Es ist heller als das Licht
und versteckter als der Kauz

Verblassende, wie du dich ein letztes Mal
zum Tanze kleidest, als wäre ein letzter Strahl
Jugendlichkeit in deine Adern gefahren

um in letzter Stund nicht aufs Ende zu warten.

Wie bereits die Frische des Neubeginns
dich wie ein Zauber in Gewahrsein nimmt
und der letzte Ton den du singst
als Erster eines neuen Liedes erklingt.

So wanderte Ich einst
durchs morgendliche Abendland,
die Träne die du weinst
war was ich auf meinem Wege fand.
 
Sie schmeckte salzig und bitter und leidig
und doch, auch etwas wie Honig,
köstlich und süß und geschmeidig.
 
Denn deinem Schmerz
wird produktive Wut
oder tiefe Liebe resultieren,
und hörst du auf dein Herz
wird die verborgene Glut
wieder Flammen inspirieren.

Die Kunst des Liebens

Du bist für mich
die schönste Blume am Wegesrand
vorher wollte Ich dich
ausreißen und ewig behalten

doch nun hab ich erkannt
würde Ich Besitz von dir ergreifen
könntest du dich nicht mehr entfalten,

sondern würdest welk werden
und deine Schönheit, die ich einst bewundert
würde langsam sterben.

Du bist für mich
der liebenswerteste Vogel weit und breit.
vorher wollte Ich dich
einfangen und ewig behalten

doch nun hab ich erkannt
würde Ich Besitz von dir ergreifen
könntest du deine Flügel nicht mehr spreizen

Ich lernte aus meinen Fehlern
will dir nun Sonne, Regen, Nährboden sein
sodass du weiterhin blühen
und frei und freudig zwitschern kannst
mit meiner Liebe welche dein.