Geliebte

Geliebte, wie kann Ich sanfter sein als Rosenblätter welche du im Garten gefunden?
Wie soll ich aufregender sein als die Stunden zu deinen Höhepunkten?
Ich verlief mich absichtlich im Walde, um mich zu finden.
Ich wartete Nachts, im Laternenschein unter den Linden.
Um dich zu treffen, wissend, dass du nicht erscheinen wirst.
Doch mein Durst war größer als jeder Realismus.
Nun schau ich Vögeln zu, wie sie Ihre Kücken nähren,
und die Zeit zerschlägt das Glas das Ich bin in tausend Scherben.
In der Hoffnung das du kommst lass Ich mich weiter zerschlagen.
Bin zu beschäftigt mit fühlen und warten, erwarte keine andren Taten.
Jede noch so feste Mauer, scheint der Schwerkraft nachzugeben.
Jeder noch so kräftige Erbauer kann Selbst einen Stein nicht mehr heben.
Was für ein Leben, das sich anfühlt wie Sterben.
Ich kann nicht mehr lachen, auch bei noch so guten Scherzen.
Immer kehre Ich zurück zu dir ganz gleich wie weit mein Ausritt war .
Ich bin überall zuhause, wo du dich befindest.
Ich bin der kleine Junge, und du diejenige welche meinen Schuh bindet.

Jeder Tautropfen spiegelt dein Gesicht. jeder Wind bringt mir dein Lachen und Seufzen.

Liebste, bin ich im Wahn?
Wenn ja, will ich nie wieder gesund werden,

sondern lieber so verharren bis zum Tag an dem wir sterben.

 

Sanft streift er
die scharfe Klinge
über jene
noch stumpfe Miene.

Fällt wie Federn schwebend
aus relativ tiefer Höhe.
Wird sanft getragen
von aufsteigender warmer Böe.

Leben in der Schwebe heißt
Angelhaken nach Träumen werfen.
Sie gänzlich zu erreichen hieße
der Erdanziehung zu widerstehen.

Doch bin ich genau deshalb
auf dieser Erde geboren
um dies zu erleben.

Wie eine Feder im Wind
fallend und doch schwebend.
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Wenn die Grenzen verschwimmen
zwischen Mein und Dein
und die Grenzen verschwimmen
zwischen Pflanze und Stein

dann feiern Himmel
und Baumkrone Hochzeit

und Winter und Sommer
sind keine Gegensätze
sondern Wandlungen des Selben

Wenn es nur noch das Eine gibt
und keine sich gegenüberstehenden Hälften

dann sei dir gewiss
dass es Liebe ist

Eines lauen Abends als ich unbedacht
der angehenden Nacht Stille genoß
und den kommenden Sommer still feierte
nahm Ich wahr die Kraft die wacht
über dem mich Umgebenden und schloß

sie mir ins Herz, sodass sie mich erfüllte.

Auf das Ich spüre, sie wohnt mir Inne
und Ich mich relativieren kann.
Bin weder gut noch schlecht sondern
die Schöpfung an sich (in jedem Sinne)
vom Scheitel zur Sohle übers Kinne.