Wie es strahlend durch die Mitte schießt
und alles mit Leuchten übergießt
und dir tief in all die Venen fährt
und all die Streitigkeiten klärt
und all die Gegensätze vereint
und all den Selbsthass verneint
und all die Spannungen löst

und sich so angstfrei entblößt

Wie es voll purer Freude tanzt
und in vollen Zügen atmet

Wie es sich in jede Fuge pflanzt

und in fließender Wonne badet

Unzulang

O wenn ich doch nur wär,
das was Ich sein sollte.
Ich bin wie Regen so schwer

in einer regnenden Wolke.

Ich bin wie Laub im Herbst.

Ich falle, werde seziert
Bin wie für Taube ein Scherz,

verbal kommuniziert.

Wie ein klirrend kalter März

den man ohne Mantel lebt.
Wie die klingend schöne Terz
die im Raume ganz alleine steht.

Gewohnt gewohnt

Raus aus dem Gehege!
Rein in die weite freie Welt!
Solang Ich die Gewohnheit pflege
bin Ich es, der mich im Zaune hält.

Die Reise bringt Erfahrung
und diese bringt dann Reife.
Schreibe mir in jeder Zeile,
eine liebgemeinte Warnung.

Auf das ich bloß nicht versacke,
meine Antriebe nicht erschlaffen.
Auf das Ich meine Sachen packe
und dran bleibe zu erschaffen.

Wahl

Du bleibst beim Schmerz,
schlürfst das süße Gift.
Machst drum einen großen Terz,
wie sehr du Heiterkeit vermisst.

Sagst es wäre aussichtlos,
sagst es wäre ach so schwer.
Du suchst im Außen deinen Trost
meinst dein Inneres wär leer.

Sag merkst du nicht wie sehr,
dies für dich eine Entscheidung ist?
Du könntest frei sein, doch willst mehr
von deinem liebgewonnen süßen Gift.

Tapetenwechsel

Nach und nach blättert Fassade
das Angesicht verändert die Farbe.
Nun wird endlich ausgemistet
Gut und Schlechtes aufgelistet.

Was dient meinem Gedeihen?
Was hilft mir freudig zu leben?
Was bringt mich zum Leiden?
Was lässt mich Lüge reden?

Betrachte mich im Seelenspiegel
augenblicklich retrospektiv.
Löse zum ganzen Sein den Riegel
und blicke unbeschreiblich tief.

Ach so hochgraue Häuserwände
die sich beschweigen als würden sie streiten,
setzen dem Himmel zu früh ein Ende
um sich sowie er, raumgroß zu weiten.

O ihr fernperversen Menschenmassen
die Ihr den Regen und die Sonne flucht.
Ihr mögt es nicht euch anzufassen,
doch habt es ernstlich nie versucht.

Verborgene Wallungen nun ins Weite treiben.
Sie reichen dahin, und docken dort an.
Durch sie bislang noch Unbekanntes zeigen
und eifrig dieser Welt mit Feilen
legen wir lichtzugewandt unsere Hand an.

Ich sah ewig jungfräuliche Flüsse
und in Wiesen, des Regenbogens alle Farben,
doch weil der Mensch echt denkt er müsse
und mehr noch will als diese Küsse
starben Ihre Farben im Zuge des Haben.

In stillen Gewässern ziehen kleine Tropfen
große Kreise.
In feinen Gemütern klingen leise
Worte laut, Sie klopfen
an tiefliegende Türen
obwohl sie die Schotten
kaum merklich berühren.

Dort entfachen helle Funken
im Zundernest geflochtener Gedanken
ganz tief, dort unten,
große Feuer, lordernde Flammen.

Lieblich goldende, warme Strahlen
treffen auf Wände in grautristen Farben

Ein leicht ruhiger Wind
streichelt die hektischen Gassen
Ein sehr neugieriges Kind
darf hier nichts mehr anfassen

Alles beißt sich hier und
doch ist es vereint
Ein stark fröhlicher Hund
hat hier letztlich geweint