Abnabelung

In meinen Armen lag ich, wissend
um der Bergkette Größe die mich hintermalte.
Schwere Wolkenbilder rollten küssend
über deren Wipfel hinüber und hinab.
So stand ich da, und hatte mich empfohlen
und stand hier am Pfahl, er wurde mein Thron.
Stechend in des Himmels Gewölbe,
ragte er empor und leitete des Blitzes Stimmen
unmittelbar in meine Ohren.

Ein göttlich sechsbeiniges Fohlen,
mit prachtvoll galanter Mähne schlug
jene Dämonen in die Flucht, die meine Gunst
zum Truge wandeln wollten.
Es befeuerte meine irdische Vernunft
und lag der Erdenmutter, so butterweich im Schoß.

So traten nun Gestalten auf,
auf dieser episch umkämpften Weltenbühne.
Und taten mir keinen kleinen Applaus
für wie und wie viel ich sühnte.

Nicht in den Apfel biss ich nur,
auch wälzte ich mich vergnügend
im warmweichen Schlamm.
Er ward mir vorgesetzt in dem bergeumrandeten
sich in Ebenen ausbreitenden Becken.

Bis auf den Startschuss wartend,
löste ich vorfreudig mein Band.
Mein Band zu diesem Pfahl
und wurde stolz verwandelt,
vom König, hin zum Kind.

Bald bin ich ich

In der brühend wabernd heißen Luft
des ewig sich wiederholenden Morgens,
verteilt sich der toten Körper Duft
und weiht mich zu einem Glied des Ordens.

Die dunstig dichte Nebeldecke wird
so ganz zu einem großen warmen Meer
und jeder einzelne Teil der in mir stirbt
sinkt auf den Grund, O so schwer.

Bald bin Ich alles, bald bin Ich nichts.
Bald der aller dunkelste Schatten
Bald der aller hellste Funken Licht.

Laublose Äste sprechen stumm Gedichte
Sie stehen so da, im windstillen Raum
Erzählen mir Ihre, so meine Geschichte
so unverblümt, sich Selbst anzuschauen
Vorfreudig, Ihr Wissen um den Frühling
das Wurzelwerk ist startbereit
die Säfte zu treiben, für den Grünling
in seinem baldig prachtvollen Kleid

Flucht

Du, der spannt als wäre er eine nötige Sehne des Jägers Bogen, bist in unwahrscheinlichen Eventualitäten am schwelgen, du denkst, du glaubst, du weinst. Was wäre, würde man dich schießen, einen Pfeil mit deiner Hilfe? Würden Sichelmonde aufsteigen mit gar gräuslicher Grimasse?

Ihr die Ihr Honig tropft weil ihr leckt, welch unausgesprochene Geste muss man euch zeigen, um euch dies begreiflich zu machen? Wie viele Zäune muss man – Kratzer und Schrammen hinnehmend – überqueren um eure Insel zu erreichen?

Kaum glaube Ich diese zu erreichen, so sehr ich mir auch eben dies wünsche. Aussichtlos wie die Flucht vor dem Tod, erfolgsversprechender sei die Flucht vor dem Leben. Eben deswegen, stell Ich mich dem kalten Schauer, der jede Mauer, jede Systematik überwindet.

Wir, die wir kriechend Brücken überqueren und mit freudiger Gebärde in Gewehrläufe sehen, wir sehr sehnt sich unser Wesen nach unbrechbaren Regeln? Welch Farbenspiel vermag uns, den Widrigkeiten trotzend, unser Tag zu erhellen?

Räume entfalten lautlos Ihre Blüte bei Anbeginn des Tages, und tragen unser Leid, beschwören so den Herbst herbei. Ja das Funkeln flimmert Zeit und unentwegt erinnert es an schlimmere Zeiten. Ein Grund weshalb mein Herz zu tanzen beginnt und beim Schwimmen im See wie ein Rinnsal zerrinnt.

Tausende Male treten wir achtungslos ins Leere und hunderte Male fielen wir mit Leichtigkeit in die Schwere. Quer übers Meere versuchten wir lautstark zu rufen, in der Hoffnung wir könnten töten was wir erschufen.

Tappen durchs Dunkle
Brennen im Trüben
buckeln den Hieben
auf das der Lohn funkle

Man sieht nicht weit
mit krummem Rücken
wegen der Zeit
des ständigen Bücken

Verbindung verloren
viele sogar die Ahnung
wie ein Schaf geschoren
der Wolf trägt Tarnung

geglaubte Überlegenheit
doch nie herausgewachsen
aus dem Infantilen

diese Begebenheit
es nicht auch zu machen
wie einer von den vielen

Wir wissen nicht mehr, wer wir sind

über Wir wissen nicht mehr, wer wir sind

Der kühle klare Wind
so flüchtig wie er ist
meint nun alleinges Maß zu sein
wobei er sich vermisst

Auch schwarze warme Erde
aus der sovieles reift
hat hier einiges zu sagen
doch vergessen wir sie meist

Sie liegt dort tief verborgen
geheimnisvoll im Dunkeln
und auch über unsre Tiefsee
kann der Mensch nur munkeln

Und stützt sich auf das Halbe
als wäre es das Ganze