Flucht

Du, der spannt als wäre er eine nötige Sehne des Jägers Bogen, bist in unwahrscheinlichen Eventualitäten am schwelgen, du denkst, du glaubst, du weinst. Was wäre, würde man dich schießen, einen Pfeil mit deiner Hilfe? Würden Sichelmonde aufsteigen mit gar gräuslicher Grimasse?

Ihr die Ihr Honig tropft weil ihr leckt, welch unausgesprochene Geste muss man euch zeigen, um euch dies begreiflich zu machen? Wie viele Zäune muss man – Kratzer und Schrammen hinnehmend – überqueren um eure Insel zu erreichen?

Kaum glaube Ich diese zu erreichen, so sehr ich mir auch eben dies wünsche. Aussichtlos wie die Flucht vor dem Tod, erfolgsversprechender sei die Flucht vor dem Leben. Eben deswegen, stell Ich mich dem kalten Schauer, der jede Mauer, jede Systematik überwindet.

Wir, die wir kriechend Brücken überqueren und mit freudiger Gebärde in Gewehrläufe sehen, wir sehr sehnt sich unser Wesen nach unbrechbaren Regeln? Welch Farbenspiel vermag uns, den Widrigkeiten trotzend, unser Tag zu erhellen?

Räume entfalten lautlos Ihre Blüte bei Anbeginn des Tages, und tragen unser Leid, beschwören so den Herbst herbei. Ja das Funkeln flimmert Zeit und unentwegt erinnert es an schlimmere Zeiten. Ein Grund weshalb mein Herz zu tanzen beginnt und beim Schwimmen im See wie ein Rinnsal zerrinnt.

Tausende Male treten wir achtungslos ins Leere und hunderte Male fielen wir mit Leichtigkeit in die Schwere. Quer übers Meere versuchten wir lautstark zu rufen, in der Hoffnung wir könnten töten was wir erschufen.