Duftraum

Geht weit hinaus ein blumger Duft
blüht der Holunder reg und leis
und weiß schon jetzt um seine Frucht
und dass sich schließen wird der Kreis

Besingt der Star der Sonne Lauf
trägt in die Landschaft weit hinein
sein Lockruf und er nimmt in Kauf
noch eine Weil allein zu sein

Der Raum erfüllt von Zuversicht
sie wissen wohl, sie könnten scheitern
sie wissen es, doch denkens nicht
und tun fort und bleiben heiter

Hinzulänglichkeit

Es ist mir so, als traute sich niemand allein nach draußen, als sähe man die meisten Menschen nur eingebettet in eine situation, die meiste Zeit persönlich, als Person. Doch als Mensch ihnen zu begegnen, scheint mir selten zu sein. Dabei ist der einzelne Mensch, selten so klein, wie er klein zu sein glaubt. Und meint er wäre erst genug wenn man an ihm feilt, wenn man an ihm schraubt. Doch warum, warum sollen wir nicht genug sein? Bitte lass mich das nicht glauben, bitte laSs es nur ein Trug sein.

Ich der Pfeil

Lange hab ich mir genommen / meine Destination zu wissen / Ich der Pfeil / prächtige Federn, eine scharfe Spitze / meine Sehne ist mein Wille / der Sinn ist es / den ich dabei nicht vermisse / und wer dabei der Schütze ist / das weiß ich nicht / doch lege mich in seine Hände / in seine Hände, mit Zuversicht

Kugel,schreib!

Der gefundene Kulli // Ich fand diesen Kugelschreiber, er begegnete mir, grade so als nähme er Kontakt zu mir auf. Ein ordinärer Stift. Schwarz, mit einem silbernen Ring, einem silbernen Clip, und einigen Kratzern auf seiner sonst so markellosen Oberfläche. Mir ist als wäre er genug getreten worden, um dankbar über mein Aufheben zu sein. Er lächelte mich an. Er wollte ich würde Ihn benutzen. Ihn zu lieben wäre zuviel. Nur benutzt werden wollte er. Ich nahm es als Geschenk und benutzte Ihn meines Zweckes gemäß. Es freute Ihn nicht nur ein wenig. Meine Worte, geschrieben durch Ihn. Dies mag nun eitel klingen, doch der Stift hat es mir verziehen.

Amsterdam

Flimmert die Gracht wie ein Gemälde von Gogh /
Leuchtet in Pracht. Die Reklame verhofft /
Sie würde beacht, und schäme vor Gott /
der Teufel sich, in den Läden vor Ort. //

Schimmert die Nacht, wie ein Gemälde von Gogh /
in Zimmern bedacht /
sitzt kein Mensch zu dieser Tageszeit /
und Pläne verdorrt /
in den Fingern der Macht /
wenn am Ende keine Frage bleibt.

Momentaufnahme aus dem Leben des F. Gilbert Berges

Mein Leben zerbricht // mir wird innerlich kalt // das Gefühl wäre zu groß, zu mächtig. // Ich spalte es ab // an einem Scheidepunkt stehe ich // weitergehen, seiltanzend // oder untergehen, fallen // Ich könnte Großes schaffen // die Gesellschaft will nichts Großes // klein hält sie die Menschen // und Hochflieger verfolgen Zielsuchraketen // Getroffen. // Ich brenne, meine Flügel brennen // Trotzdem ist mir kalt, Ich falle // der Fallwind macht mich schummrig // fast bewusstlos // Ohnmacht. // ohne Macht. // denn die wird von einigen wenigen getragen // in Ihren Klauen fest gehalten // Ich bin ein beflügelter Löwe // man stutzte mir Flügel und Krallen // noch Falle ich // wann werde ich aufprallen? // wird das dann meine Heimat sein? // wo ich doch in der Welt keine fand

Technik

Ich überquere die Weltmeere
in einer Pappschachtel
Ihr baut euch kerosinbetriebene
Stahlblechmonster
und protzt mit ausgelagerten
Produktionsstätten
in neuzeitlich architektonischer
Manier, dem zu Folge und
niemand zur Liebe
beschaut ihr eure Werke
und klopft euch hoheitlich
den Staub von den Schultern
den Staub der entstand
bei der Zerstörung
die euren Kreationen zu Grunde liegt.

Ich erschaffe aus dem Nichts
halte offen meine Hände hin
und warte ab dass sie sich füllen
Ihr reißt die Welt an euch
reißt den Menschen ihre Herzen
aus dem Leibe
und betreibt damit Computer
die euren Leuten
Maschinenherzen produzieren

Ihr nennt mich wechselhaft
Ich nenne euch stetig
ich sage ich sei wie der Wind
und das der von mir Beschriebene
wie ein Gerät ist.

Ihr Milchaufschäumer!
Ihr Stabpüriergeräte!

meint alles zu vereinen
obgleich ihr alles zerschneidet