in der Kneipe

Blinkende Lichter, die Aufmerksamkeit erhaschen wollen. Feiernde Leute. Sie lachen, sie scherzen, reißen belustigte Gesichter. Die Kohlensäure im Bier steigt stetig auf, und wir nehmen das Leben täglich in Kauf. Ach du goldenes, ach du sprudelndes Elixier. Du beflügelst mich, du Bier.
 
Ich belächel mich selbst. Wie wahnwitzig versuche ich die schnöde Realität in etwas Magisches zu verwandeln. Mit allen Mühen – und doch ohne Alternative – Künstler zu sein. Und also das Besondere im Trivialen zu sehen.
 
Der Dartautomat blinkt, mir unverständlich, von links nach rechts. Gibt Zahlen, Farben und seine Sprache der Automaten wieder. Mir ist diese Welt, diese biedre, diese wilde, so vertraut, so fremd, so im Bilde.
 
Die Bierdeckel stehen in Reih und Glied. Der gläserne Kerzenständer, in seiner himbeerähnlichen Form, bricht das Licht auf eigentümliche Weise. Die kaltweißen und orangewarmen Lampen sprechen verschiedene Gedichte, in der selben Kneipe.
 
Ein alter Aktenordnerschrank, der hier zur Zierde steht, wurde lange nicht bewegt. Doch strahlt noch, noch – immernoch seine Ausstrahlung der 70er Jahre. Ich verfahre ursprünglich und deshalb unkompatibel mit dem Gutbürgerlichen.
 
fgb

Bleiblick

Und kurbeln sie eifrig
an theatralischen Orgeln
machen sich mit Bleiblick
reichlich deftige Sorgen

Von gerundeten Wipfeln
lässt es sich gut spucken
ja gut spucken, gut reden
Wachsen häufig Glucken
in derer sauren Regen

Mechanisch sein ist jetzt
mehr Wert als Erfolg und Trug
im Rad das Bein zerfetzt
doch haben sie noch
noch lange nicht genug