Ach du meine Liebe
was soll ich dir sagen
außer dass ich dich liebe
dass ich nicht erwarten
kann wie mir deine
süßen Lippen schmecken
wie uns unsre Beine
genüsslich benecken
wie wir in den Tagen
unverdrüsslich uns recken
unverschlüsselt uns treffen
und ins in den Taten
ergüsslich erwecken

Ach du meine Liebe
wie mach ichs dir weiß
dass ich niemand so liebe
auch mit jedem Fleiß
dass ich niemand so nah bin
auch trotz unserer Ferne
dass deine Wasser so klar sind
sie funkeln, ich lerne
und ich in dem Fahrtwind
zu dir, zu dem Sterne
dir meine Blumen ins Haar bind
auf das du mich erwärmest

Sie träumen
nichtmehr, zumindest
nicht so, dass ihre Träume
ihnen als Symbole tiefer
innerer Prozesse erscheinen,
sondern nehmen diese Welt –
diese chaotische und nicht
leicht durch-, oder überblick-
bare – als wirres und gleichsam
unbedeutendes, ja man möge
sagen rein zufälliges Phänomen
wahr und verlieren somit,
die Deutbarkeit ihrer Selbst.

Sie wollen
alle nur das Gute doch,
merken in ihrer guten
Intention nicht, dass sie
im kollektiven Gefolgsam,
oder dem Gut-dastehen
im Blick der Anderen,
gemeinschaftlich ein ein-
stürtzgefährdetes Gebäude
planen und konstruieren,
welches unter dem Vorwand
der Menschenrettung,
viele Tote kosten wird.

Sie entbehren
alles was ihr eigen ist,
soweit, dass sie nichtmal
mehr wissen was eigentlich,
einst, ihr Eigenes war, und
sie sich getrost dem unver-
trauenswürdigen, das sie
für ihre Zwecke benutzt –
durch Suggestion der
Eigennützigkeit – und, dass
es lohnenswert sei,
aufopfern und hingeben.

Sie folgen
jemandem, respektiv
einer Lehre, derer er
nur ein Sprachrohr ist,
da sie die Bequemlichkeit,
etwas oder jemanden
für sie entscheiden zu lassen,
so ungern ablegen, dass
sie selbst noch dem
Eigensinnigen – der ja
eigentlich zugleich den
entwickelsten, wie auch
den ursprünglichsten Mensch
darstellt – übel nachreden
und die Flagge, ihrer
identitätsstiftenden und
infantil gebundenen
Ideologie, hoch in industriell
versmogte Winde halten.

Sie warten
darauf, dass sich etwas
ergebe, von dem Sie glauben
es würde ihrem grauen
Leben, die Farbenpracht
verleihen die ihnen fehlt
und welcher Verantwortung
es selbst zu erschaffen sie
nicht gewahr sind, doch
wiederrum nicht bereit,
das leise Hoffen auf
eben jene rettende Hand
schmerzlich aufzugeben.

Sie zittern
innerlich, doch die Jacke,
die, welche weit her und
lange abgehangen auf
Kleiderstangen, nun um
ihren fleischigen Leib gewickelt,
und in großen Lettern,
prangernd, einen französischen
Namen und Lebensstil
suggeriert, doch im Klein-
gedruckten sich offenbart,
als Produkt von abgeschürft-,
überbelastet und müden,
und nicht – filigran französisch,
musischen Arbeitshänden –
hält ihre leise Glut am glimmen.

Sie bangen um,
ein nie gelebtes Leben,
dass es erlösche und
möglicherweise sich
in ungeahnter Schnelle,
auf einen Abgrund,
den man zwar kommen
gesehen hat, doch gepflegt
verdrängte, und welcher
einen nun im Überraschungs-
moment überwältigt und
dem toten Leben einen
lebendigen Tod beschert,
zuspitzt im stumpfen Gemüt.