Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe diesen Brief um ihnen mein Vorhaben zu schildern und somit Klarheit für beide Seiten zu schaffen um eventuelle Interessenkonflikte und Ungereimtheiten im Vorfeld zu vermeiden.

Mein Name ist Felix Gilbert Berges. Ich bin 25 Jahre alt und komme aus Aachen, Deutschland. In meiner Heimat habe ich das Gärtnerhandwerk gelernt und mich im Laufe der Zeit auf das Erschaffen von sehr artenreichen und selbsterhaltenden / nachhaltigen Systemen spezialisiert.

In Brandenburg (Nähe Berlin), absolvierte ich 2019 einen zertifizierten Kurs zur Permakultur und verbrachte außerdem viel Zeit im Eigenstudium zu diesem Thema.

Ich habe immer von einem Ort geträumt, an welchem ich diese nachhaltige Vision verwirklichen kann. Gerade jetzt in den Zeiten unserer ökologischen Krisen, erachte ich diese Ambitionen als notwendig und wichtig.

Ich suche einen Ort andem ich eine Fülle von verschiedensten Nuss-, und Obstbäumen, Fruchsträuchern, Heilkräutern, Gewürzen und anderen Pflanzen etablieren kann.

Dabei möchte ich auch gerne alle einheimischen Arten, und solche die möglicherweise vom Aussterben bedroht sind anpflanzen, schützen und vervielfältigen, um unser natürliches und kulturelles Erbe weiter zu tragen und für kommende Generationen zu bewahren und erfahrbar zu machen.

Dabei wird außerdem ein Biotop für einheimische Insekten und Wildtiere entstehen, sowie bspw. Bienen, Libellen, Schmetterlinge, und viele andere Arten die durch Agrargifte in Gefahr stehen auszusterben.

Dies zu tun ist meine größte Passion und mein stärkster Lebenssinn.

Durch den Verlust eines Familienmitgliedes, werde ich nun in die Lage versetzt, eine Grundlage, durch finanzielle Mittel, für ein solches Vorhaben zu legen.

Diese Vision soll in erster Linie nicht nur mir dienen, sondern vor allem auch dem lokalen Leben, der lokalen Natur und den Menschen in dieser Gegend.

Zum Beispiel indem ich traditionsreiche Arten über Saatgut und vegetative Vermehrung vermehre und erhalte, indem ich Schulklassen unsere hiesige Natur erlebbar mache und einen Bildungsraum erschaffe, oder indem ich lokale und ökologisch erzeugte Lebensmittel und Produkte auf dem örtlichen Markt verkaufe.

Wie ich in den letzten Jahren erfahren habe, besteht ein großes Interesse an eben solchen Räumen und Erzeugnissen. Die Leute brauchen die Verbindung zu ihrer Natur und Tradition, andernfalls werden sie sich entwurzelt und unzufrieden fühlen.

Das Projekt soll in erster Linie kein egoistisches und kein wirtschaftliches Unternehmen sein, sondern ein gemeinnütziges und bedarfsdeckendes.

Nun mein Anliegen an sie:

Wenn es ihnen möglich ist, mich in diesem Vorhaben zu unterstützen, indem sie mir geeignete Flächen bereitstellen oder finanzielle Mittel aufbringen können, wäre ich mehr als bereit, all meine Mittel und Kräfte in ihrer Region zu investieren um eben jenes Projekt möglich zu machen.

Um den täglichen Arbeitsaufwand zu bewältigen und die Sache ernsthaft zu realisieren, muss es mir und anderen möglich sein, auf dieser Fläche zu leben und ökologische Gebäudestrukturen aus natürlichen Materialien zu etablieren.

Alle Gebäude werden hauptsächlich aus nachwachsenden Rohstoffen und lokalen Ressourcen wie Stein, Holz, Lehm, Stroh und Wolle errichtet werden.

Ich möchte nochmals betonen, dass ich keine abgekapselte Gemeinschaft errichten will, sondern im Austausch und Zusammenarbeit mit ihnen als Stadt / Gemeindeverwaltung stehen möchte um für ein zukunftsweisendes und fähiges Leben zu sorgen und einen Lösungsansatz für die uns betreffenden und bevorstehenden Krisen zu bieten.

Mit herzlichen Grüßen

Felix G. Berges

Möchte mehr sein als ich bin

ich will mich in Rauch auflösen
ich will in allen Meern verschwimmen
will durch Wurzeln durchwurzelt werden
und in allen Himmeln klingen

Vom Wind würd ich hinweggetragen
vom Regen wieder rundgespült
Ein Kind was sich hinsetzt und fragend
in unerkannter Erde wühlt

Ich will mich im Raum entfalten
sodass es mich zerreißt
möchte mich im Traum aufhalten
ich will mehr wissen als ich weiß

fgb

Seus olhos brilhantes pareciam sombrios,
Sinto-me quente com o seu toque frio.
O que sabia, não posso acreditar,
sua terrívelza tinha tal encanto.

Enrolado-me – muito silenciosamente na cama,
atormentou-me com tanta confiança.
Ela, a muda, cantou um soneto,
Tu quebras as inquebráveis coisas em mim

Ii

Ihr Paradenteilnehmer
nach deutscher Art
in der Großstadtpedanterie

Schlachthausbewohner
Wochenendsoldaten
schießt! auf eure Frontmänner
dem Vorrausgehenden
ins dornenzerkratzte Bein

Beschwert! das Lastentier
bis zum Zusammenbruch
errichtet Feuergruben
auf ihrem Wege
dass sie bloß das Ziel nicht erreichen
das in eurem Sinne läge

Kassenzettel im Wind
und die Verschwendung
schwarz auf weiß
auf der Windschutzscheibe

nächtliches Zähneknirschen
gut verborgene Abgründe
der Menschen Seen getrübt

wenn heute jemand Wahrheit spricht
muss man zweifeln, dass er lügt

Mein allabendlich selbstauferlegte Pflicht
die mich zum Sklaven macht
und mich unaufhörlich treibt und drängt
und peitscht und aufs Blatt
aus dem Inneren zu projezieren nötigt
und rituell besinnliche Minuten
einbringt in den schnöden Tag
der grauen Stadt die mich umgibt
und so grell, so laut, so immer schneller werdend
auf meine Sinne einhämmert
als würde ein wütender Jemand meine Zimmertüre einbrechen wollen
//als wäre er erbost darüber, dass ich
dieszeitlich nicht anzutreffen bin.
Und jene die es zeitweise
losgelassen zu werden herausfordert
Jene die man – seiner Gesundheit Willen –
zeitweise aus dem Bewusstsein
herausstreichen sollte um nicht allzuviel ihrer giftigen Farben
auf seiner naturgegeben
schön unbefleckten Weste abzufärben
Jene Welt die jenen Woyzeck formte
und auch wenn Einseitigkeit
die Wahrnehmung ebendieser beherrscht so ist und bleibt
es eine halbe Wahrheit und zwar keine Gefährliche
vorrausgesetzt, dass der Betrachter die
genau diametral entgegengesetzte Wahrheit
aus dem Auge nicht verliert.

Verwegen / die Schlüssigkeit / nicht klar erkennbar
beim Streben nur / ist das Scheitern denkbar / lenkbar /
glaubt der Mensch sein Leben / doch geht solang er jenes glaubt /
auf Holzwegen / dem sichren Tod entgegen /
analysiert, studiert, belesen / und doch des letzten Geheimnis / erlegen

So liegt er da
in Siegerpose
mit ausgeprägter Profilneurose
und ja, die letzte Liederstrophe
singt nur der Wind, der vielfach ohne
Anklang bleibt
und sich nicht greifbar
aber handzahm zeigt

am Rand erscheint
was in der Mitte steht
und langsam schleicht
was schnellen Trittes geht
was nun erbittend fleht
wurde einst schon erhört
denn wiederholt sich stets
das was uns beißt, das was uns stört

Er wachte aus einem Traum auf. Alles um Ihn herum fühlte sich noch verzaubert an. So wie er es gerade erlebte. Rauschhaft, organisch, lebendig, als würde jede Holzleiste seines Regals ihr Eigenleben führen und sich verändern und sich formen. Er selbst war nur ein weiterer pulsierender Körper in diesem großen Gemenge von treibenden Dingen. Alle fluteten sie, alle sprachen sie und windeten sich. Trieben, aber doch nur in ihrem Rahmen, oder höchstens ein wenig darüber hinaus, doch es schien, als wüssten sie um ihren Platz und wo sie zu bleiben hätten..

Er rieb sich die Augen, streckte die Gliedmaßen von sich und lies einen befreienden Ruf von sich. Jeder Übergang in die reale Welt war für ihn ein Prozeß, der mal kürzer, meist länger andauerte. In Folge dieses Prozeßes verloren die Dinge um ihn herum allmählich ihre Magie, ihre wellige Lebendigkeit.

Es dürstete ihn. Nackt stand er auf, aus seinem Bett welches auf dem Boden lag, und befahl seinem Körper sich in Richtung Waschbecken zu bewegen. Sein Kopf war schwer, diese Schwere zu bekämpfen suchte er darin sich mit Wasser zu benetzen. Von Innen und Außen. Er trank, spülte sich sein Gesicht. Des öfteren dachte er sich schon, er wäre doch lieber als Fisch aufgewacht, und könnte die blaugrünen Weiten des Ozeans durchströmen.

In der Küche angekommen befüllte er wie automatisiert die Kaffeemaschine und schaltete sie an. Die Zwischenzeit nutzte er sich eine Zigarette zu drehen, aus den letzten bröseligen Resten die er noch in seinem Tabakbeutel zu finden vermochte.

Auch wenn soweit alles gut war – es gäbe keinen konkreten Grund etwas zu beanstanden – fühlte er sich morgens als sei das Menschsein eine Strafe. Als hätte diese unbestimmte Schaffenskraft ihn auf die Erde geschickt, nur um ihm eins auszuwischen.
„Verdammter Gott, wäre er nicht schon tot, würde ich definitiv nachhelfen.“
Zynisch spricht er diesen Satz vor sich hin.