Wir stehen am Abgrund und überlegen
ob sich der Waden Spannung lohnt
und saurer Regen rieselt leise
in unser Antlitz, doloros

Uns gaben sie Rat kund, überheben
in madenen Gewanden thront
des Überheblichen Degen, fies und reißte
in mich ein Schlitz, rigoros

 

Dada, o du zukunftsweisende
alles Zerbrechende
windend und austreibende Kraft
Du hälst mich nicht hin
du schüttest mich aus
ob in deiner Kopfsteinpflastermanier
oder polierter Granitbodenart
Ich zerfließe gleichermaßen
in all deinen Fugen und Spalten
und mäander um Staubgebirgslandschaften

Dada ist die Zukunft!
Gaga sein ist Evolution.
wir malen bislang unbestehende
niemals existieren werdende Räume
und treffen uns in solchen zu
essbarem Holz und Schellakläusetee
Auf diese Begegnung will ich
meine Haupt heben und
mich Selbst im menschenschaffenden
Schlamm versenken

Tatata, tarütadada, gaah, gar du nord.

Ich möchte euch Atheisten sagen // Gott hat nichts zu tun // mit irgendeiner Religion. // Eher noch im Gegenteil, // es suchen die Menschen // die Religiösen, dort // weil sie sonst nicht fündig wurden. // Gott ist nicht in Tempeln, Kathedralen, Moscheen zu Hause // in keiner dieser Orte, oder aber in allesamt // Gottes Werte sind nicht links, nicht rechts, nicht gelb, nicht grün // Er enthält alle Farben, wie das Licht // sein Weg geht durch die Mitte. // Und weiteres möchte ich euch sagen : Wenn euch der Name „Gott“ unlieb ist, so findet euren eigenen Namen. // Er ist ohnehin nicht zu benennen. // Aber euch vor dem Abstrakta zu verbergen // das Abstraktum zu verwerfen, // nur zu leben in der Welt der Phänomene // Ach was ginge euch verloren // Ach verwürfe ich das Formlose // ich würde gleich mit, mich Selbst verwerfen // Ich verwürfe auch das Ideelle, verwürfe auch das Ideale //
Auch Idealismus kann euch Religiöses sein. //
Nachdem ich zu Beginn meiner Adoleszenz alles Religiöse von mir stieß, // wurde der Idealismus mir mein Glaube. // und Gott, die höchste Idee. // Doch wähnt euch nicht frei von religiösem Erleben, glaubt euch nicht des Glaubens frei. // Würdet Ihr euch doch als Mensch verneinen // und eure Sehnsucht danach, anderen Leuten zum Missbrauch zur Verfügung stellen. // Die Idee von der ich spreche, ist allem vorraus (geht allem vorraus), ist allem hinterlegt, liegt allem zu Grunde. // Und drückt sich aus so mannigfach, so tanzend, o so schillernd. // Und spricht in Zeichen, spricht in Mustern ihre Grammatik // spricht in Formen ihre Worte. // So übt euch darin Ihre Sprache zu lesen // und glaubt nicht der menschlich formulierten // glaubt nicht an ihre Gültig-, an ihre Vollständigkeit. // Eben weil sie form-uliert ist. // Alles das in Form Gebrachte, ist nur Abbild, wie die Schatten in Platons Gleichnis. // All die heiligen Schriften, wurden von Menschen geschrieben // und bleiben durch ihr Menschliches, unzulänglich. // Kein Mensch ist perfekt. // Keiner der Vollkommenheit hinlänglich. // Auch ein noch so feinfühliges, ein noch so empfindsames Sprachrohr, bleibt eben nur das Rohr durch das Sie fließt. // Die letzte Idee, die Erste, die Größte, die Höchste. //

Elegant wie du dein Herz verschachtelst
in all den Stern dich selbst betrachtest
voll Frische sprühst auch wenn umnachtet
du bist

Wie du neugierig dein Schmerz betastest
nicht als dein Unvermögen mehr verachtest
so liebevoll wie du ehrlich lachtest
und küsst

Nichts, das deiner Art je Gleiches wäre
das deiner Kraft – auch keine Heere –
gleichen würde

Ich zermürbe
ohne dich

Verwegen gehst du, nichtmal Pfade
sind die Beschreibung deiner Wege
Niemand hat sie je betreten

Unverlegen stehst du, in der baren
Form deiner unendlichen, und
sich zu nichts und allem bekennenden
verfestigten; – Nein stets fluiden
Manifestation
Du zarteste
auf deinem Nagelbettthron

in der Kneipe

Blinkende Lichter, die Aufmerksamkeit erhaschen wollen. Feiernde Leute. Sie lachen, sie scherzen, reißen belustigte Gesichter. Die Kohlensäure im Bier steigt stetig auf, und wir nehmen das Leben täglich in Kauf. Ach du goldenes, ach du sprudelndes Elixier. Du beflügelst mich, du Bier.
 
Ich belächel mich selbst. Wie wahnwitzig versuche ich die schnöde Realität in etwas Magisches zu verwandeln. Mit allen Mühen – und doch ohne Alternative – Künstler zu sein. Und also das Besondere im Trivialen zu sehen.
 
Der Dartautomat blinkt, mir unverständlich, von links nach rechts. Gibt Zahlen, Farben und seine Sprache der Automaten wieder. Mir ist diese Welt, diese biedre, diese wilde, so vertraut, so fremd, so im Bilde.
 
Die Bierdeckel stehen in Reih und Glied. Der gläserne Kerzenständer, in seiner himbeerähnlichen Form, bricht das Licht auf eigentümliche Weise. Die kaltweißen und orangewarmen Lampen sprechen verschiedene Gedichte, in der selben Kneipe.
 
Ein alter Aktenordnerschrank, der hier zur Zierde steht, wurde lange nicht bewegt. Doch strahlt noch, noch – immernoch seine Ausstrahlung der 70er Jahre. Ich verfahre ursprünglich und deshalb unkompatibel mit dem Gutbürgerlichen.
 
fgb

Bleiblick

Und kurbeln sie eifrig
an theatralischen Orgeln
machen sich mit Bleiblick
reichlich deftige Sorgen

Von gerundeten Wipfeln
lässt es sich gut spucken
ja gut spucken, gut reden
Wachsen häufig Glucken
in derer sauren Regen

Mechanisch sein ist jetzt
mehr Wert als Erfolg und Trug
im Rad das Bein zerfetzt
doch haben sie noch
noch lange nicht genug