Duftraum

Geht weit hinaus ein blumger Duft
blüht der Holunder reg und leis
und weiß schon jetzt um seine Frucht
und dass sich schließen wird der Kreis

Besingt der Star der Sonne Lauf
trägt in die Landschaft weit hinein
sein Lockruf und er nimmt in Kauf
noch eine Weil allein zu sein

Der Raum erfüllt von Zuversicht
sie wissen wohl, sie könnten scheitern
sie wissen es, doch denkens nicht
und tun fort und bleiben heiter

subjektive Selektion

Niemand sieht was er sieht / Erst recht niemand sieht was da ist / Alle sehen was sie wollen. / Niemand versteht was er versteht / Erst recht niemand versteht das Ganze / Alle verstehen was sie wollen. / Niemand ist ganz sich Selbst / die Meisten sind es nicht ein wenig / Jeder kann sein wer er will.

Gewissensangst

wie danke ich für deine Existenz, du alter schöner Pinienbaum
wie denke ich daran was wir deinesgleichen Grausames antaten
ungern erinnere ich mich daran zurück, ungern fühle ich die Schuld
doch sitzt sie mir tief drin wie ein Frosch der in den Brunnen gefallen
und auch wenn man Ihn zu vergessen versucht hört man leise
das Quaken hoch schallend durch die eng gemauerten Wände.

Die Wahrheit ist wie ein glitschiger Kern,
je mehr du nach ihm greifst,
desto mehr, wird er dir das begreifen erschweren.
Er ist bereit dich zu lehren,
wenn du geduldig bleibst.

Und wenn der Zeitpunkt kommt,
dann darfst du dich nicht wehren.

Auch wenn es schmerzlich ist
Ich scherze nicht.
Wenn dein Selbstbewusstsein spärlich ist
dann nimm dir Zeit für dich.

Wandel

Grillenzirpen, herbstankündigender Westwind
leises Rascheln der Blätter und Halme.
Eine Stimmung, welche zum Aufbruch nötigt
Der sehnsuchtsbestimmte Wille etwas zu schaffen,
aber fehlende Inspiration.
Das zaghafte Sägen – an des Mächtigen Thron.

Der Mächtige in mir
will seine Macht verlieren
Der zurückhaltende Teil
sind nun profilieren

Sich ausleben und preisgeben,
All die Ausreden auf Eis legen.
Sich Selbst die Schau nehmen
und auf sich einreden.

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Utopie

In meiner Utopie tut jeder seinen Beitrag
dient gerne der Gemeinschaft,
wartet nicht nur auf Freitag.

Weiß die Freuden des Gebens
immer aufs Neue zu schätzen
versteht es auch zu nehmen,
ohne dabei zu lechzen.

Erkennt die göttliche Schönheit
in den Dingen die Ihn umgeben,
ist sich der Wirkung seines Handels bewusst,
richtet gutmütig darauf aus sein Streben.

Behandelt seinen Nächsten,
mit Dankbarkeit und Demut
für die Schöpfung und das Leben.

Heilen

Zu Heilen will gelernt sein.
Wisse den Kranken darauf vorzubereiten,
sich von dem ihn Krankmachenden,
zu verabschieden, zu befreien. 

An den Symptomen herumdoktern
ist reine Flickschusterei.
Was bringts gerissenen Nähten zu kontern,
solang der Kleiderschrank nicht ist von Motten frei?
 
Du kannst noch so viel
von Medizin verstehen.
Ist dir nicht die Gabe zuteilen
den Mensch in seiner Ganzheit zu sehen,

vermagst du niemals zu heilen.

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