Momentaufnahme aus dem Leben des F. Gilbert Berges

Mein Leben zerbricht // mir wird innerlich kalt // das Gefühl wäre zu groß, zu mächtig. // Ich spalte es ab // an einem Scheidepunkt stehe ich // weitergehen, seiltanzend // oder untergehen, fallen // Ich könnte Großes schaffen // die Gesellschaft will nichts Großes // klein hält sie die Menschen // und Hochflieger verfolgen Zielsuchraketen // Getroffen. // Ich brenne, meine Flügel brennen // Trotzdem ist mir kalt, Ich falle // der Fallwind macht mich schummrig // fast bewusstlos // Ohnmacht. // ohne Macht. // denn die wird von einigen wenigen getragen // in Ihren Klauen fest gehalten // Ich bin ein beflügelter Löwe // man stutzte mir Flügel und Krallen // noch Falle ich // wann werde ich aufprallen? // wird das dann meine Heimat sein? // wo ich doch in der Welt keine fand

Hochmut

In dunkler blauer Nacht erwacht
mein Geist zu gänzlich voller Pracht
wie oft hab ich schon nachgedacht
die ganze liebe lange Nacht

Wie oft hab Ich schon
zu verstehen gemeint
und dann doch wieder
neu verstanden

Wie oft hab Ich gedacht
„Ach, ich weiß“
um dann erneut
auf der Nase zu landen

fgb

Ent-Täuschung

Ich habe jenes geglaubt,
Du hast mir dies gezeigt.
Ich hab in jenes vertraut,
Du hast mich davon befreit.

Befreit von süßer Illusion
in kraftvoll ernstem Ton.
Du beschertest mit Leid
ohne mich dabei zu schonen.

Dankbar bin ich dir,
zutiefst im Nachhinein.
Denn so gelang es dadurch mir,
näher an der Wahrheit zu sein.