Worte

rabenschwarze Nacht, sternenklarer Himmel
ziegelrotes Dach, zeitgereifter Schimmel
handgeschriebener Text, gefühlvoller Vortrag
verstandsbefreiter Sex, interessenfreier Vorschlag
frühlingsfrisches Grün, wahrheitstragende Aussage
farbenstarkes Blühen, heilsame Auflage
bedingungslose Liebe, schamerfülltes Auftreten
zielsichere Hiebe, hoffnungsvolles Beten
felsenfeste Meinung, winddurchfluteter Flur
energiezeugende Reibung, witterrungsverwischte Spur
ausdrucksstarke Musik, liebevolle Berührung
tatkräftiger Trieb, folgetragende Verführung

Sommersonne

Der Flieder in seinem Sommerkleid
winkt mir zu, während ihn der Wind streicht.
Die Sommersonne lädt ein
in ihrem lieblichen Licht, geborgen, zu Sein.
Sich angenehm berührt und geliebt zu fühlen,
egal wer du auch bist,
ob du auf dem Boden sitzt oder auf Stühlen.

Egal welche Kleidung du trägst,
wie du gehst, tanzt oder sprichst.
Jeder wird geliebt – im göttlichen Licht.
Weil dies deine Heimat ist,
und es dort keine Wertung gibt.

Kein Verachten, Werten oder Vergleichen.
Weil wir uns im wirklich Wesentlichen
nicht unterscheiden.

Bei Nacht

Am Tage war ich gehetzt und abgelenkt
die Aufmerksamkeit im Außen
keine wesentlichen Gedanken hausten
in meinem Kopf, haben sich aufgedrängt

Doch dann bei Nacht
hab ich an dich gedacht

Dann in der Dunkelheit
zwischen Abend und Morgen
wusste ich was ich wollte
war befreit 
von meinen Sorgen

Dann in der stillen Nacht
als die vom Tages großen Treiben
aufgewirbelten Gedanken
sich sanft legten wie Staub oder Schranken
dichtete ich dir Zeilen
und hab an dich gedacht

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