Verblassende, wie du dich ein letztes Mal
zum Tanze kleidest, als wäre ein letzter Strahl
Jugendlichkeit in deine Adern gefahren

um in letzter Stund nicht aufs Ende zu warten.

Wie bereits die Frische des Neubeginns
dich wie ein Zauber in Gewahrsein nimmt
und der letzte Ton den du singst
als Erster eines neuen Liedes erklingt.

Rückkehr

Alles fällt hin zum Boden
Rosen die mit letzter Kraft
Ihre Hagebutten halten, loben
der Sonne Strahlen, des Bodens Saft
 –
Gefrorene Spinnennetze glitzern fein
Eiszapfen die frierende Tränen weinen.
Beide wissen sie, der Winter wird vorrübergehen
Alles wird aus seiner Starre, zurück ins Leben treten.
 –
Alles ruht und sammelt Energie
um dann in alter Frische
sich wie immer und doch wie nie
zusammenfinden am reich gedeckten Tische

Laubwaldpilz

Mit dem Regen fallen Eichenblätter
welche sich wie eine Decke
auf die Alten legen. Es strecke
sich der Steinpilz, noch scheu, hervor
aus den Blättern, die bereits fielen
das Jahr davor.
 
Wie ein Schlagabtausch
verliert das Laub an Lebenskraft
und schenkt dem Pilz seinen Leichnam.
Er ganz im Rausch
wie in der Jugend, nicht lange nachgedacht
schießt empor mit seinen Brüdern gleichsam.
 
Lange werden sie nicht verweilen
doch solange sie dem Leben
Ihre Dienste geben
und Ihrem Streben nachgehen
freuen sie sich bescheiden.

Wandel

Grillenzirpen, herbstankündigender Westwind
leises Rascheln der Blätter und Halme.
Eine Stimmung, welche zum Aufbruch nötigt
Der sehnsuchtsbestimmte Wille etwas zu schaffen,
aber fehlende Inspiration.
Das zaghafte Sägen – an des Mächtigen Thron.

Der Mächtige in mir
will seine Macht verlieren
Der zurückhaltende Teil
sind nun profilieren

Sich ausleben und preisgeben,
All die Ausreden auf Eis legen.
Sich Selbst die Schau nehmen
und auf sich einreden.

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Bewegung

Tänzelndes Eichhörnchen grazil
springend von einem zum Andren Ast
beweist uns, mit Bewegung, wie agil
du doch bist und das du Freude dran hast.

Trübsal-blasender Büroarbeiter
sitzend auf dem immergleichen Platz
beweist uns, bewegungslos, dass heiter
du lange nicht warst, in einem Satz.

Hüften-schwingende junge Frau
tanzend quer durch den Raum
beweist uns, eindrucksvoll, sich zur Schau
stellen, kann man sich ohne Eitelkeit trauen.

Generationen-überdauernder Baum
knarrend im Gefecht des Sturms
singst uns in deinen letzten Atemzügen,
das Lied von Wiedergeburt.

Waldboden

Nichts stirbt ohne daraufhin zu werden
Deshalb lass es los, lass es sterben.

Lass sterben, was dich dran hindert
eine neue Form anzunehmen
Lass gehen was dich dran hindert
dich fort zu bewegen.

Du kannst nur neu sein
Wenn du das Alte stehen lässt.
Glaub mir, du wirst Reue zeigen
Wenn du all die Chancen gehen lässt.