Wandel

Grillenzirpen, herbstankündigender Westwind
leises Rascheln der Blätter und Halme.
Eine Stimmung, welche zum Aufbruch nötigt
Der sehnsuchtsbestimmte Wille etwas zu schaffen,
aber fehlende Inspiration.
Das zaghafte Sägen – an des Mächtigen Thron.

Der Mächtige in mir
will seine Macht verlieren
Der zurückhaltende Teil
sind nun profilieren

Sich ausleben und preisgeben,
All die Ausreden auf Eis legen.
Sich Selbst die Schau nehmen
und auf sich einreden.

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Selbstportrait

Er ist ein schreibender
an einer Stelle nicht lange verweilender
also reisender,
junger Mann.

Nicht arm dran, nur arm an Besitz
dafür reich an Geistesblitz.
Reich an Eigensinn, an Innenleben
und an dem Drang
nach Idealen zu streben.

Reich an intensiven Erfahrungen
ein suchender, preisend und fluchender
welcher wie ein Pendel zwischen
den Polen schwingt.
und sich mit der Lebensdauer
der Mitte annähernd, zur Ruhe
zur Stille, zum Stillstand bringt.

Waldboden

Nichts stirbt ohne daraufhin zu werden
Deshalb lass es los, lass es sterben.

Lass sterben, was dich dran hindert
eine neue Form anzunehmen
Lass gehen was dich dran hindert
dich fort zu bewegen.

Du kannst nur neu sein
Wenn du das Alte stehen lässt.
Glaub mir, du wirst Reue zeigen
Wenn du all die Chancen gehen lässt.

Vogel flieg

Trete aus dem Käfig aus
die Tür steht dir offen
Hör mit dem Zweifeln auf
Fang an mit Glauben und Hoffen

Flieg lieber Vogel
Flieg frei und weit
Hör mit dem Zweifeln auf
für Aufbruch und Reise ist Zeit

Die Welt braucht dich
und du brauchst die Welt

Reich Ihr die Hand
wie einer jungen Dame
Zieh sie an dich ran
und schließ sie in die Arme

Bleibe. Veränderlich.

Nenn mich wie du willst,
Ich benenne mich nicht.
Bleibe veränderlich.
 
Kenne keine Festig-, keine Sicherheit
Kenne Wandlung, und
habe darein Zuversicht.
 
Kann mich entwickeln, kann wirken
weil ich mich nicht festsetze.
Kein Bild meiner Selbst in Stein meißle,
und dann daran hänge.
 
Weil Ich jede neue Form begrüße,
wie mein eigenes Kind
Das einzige was stetig ist,
ist mein Bestreben gen Licht.
und wie sich dieses darstellt,
das werte ich nicht.
 
Bleibe veränderlich.
Bin immer anders. Bin immer Ich.

Gegenwart

Jetzt kann alles anders sein,
jetzt ist alles neu. Einen Moment lang
kann es ganz anders scheinen,
einen Moment bist du mit der Entscheidung dran.

Doch Gesetze welche kein Mensch geschaffen,
welche wiederkehrend ewig sind
halten die augenscheinliche
Möglichkeit alles zu machen
in Schach, ein Kind bleibt ein Kind.

Die hiesige Menschheit unter dem
illusorischen Gedanken sich zu entwickeln,
ist nicht weiter voran, bleibt stehen,
ist nur anders, kämpft nur mit andren Mitteln.

Es gibt kein Vorankommen
im großen Ganzen.
Das Allumfassende, der Chor der Sonnen,
hat lediglich die Fähigkeit, sich zu verwandeln.

Gewohnheiten

Ich liebe die Natur sehr,

doch sitze sooft in meiner Kammer.

Habe alte Gewohnheiten

an welche Ich mich klammer.


Bin ich frei

oder von Umständen bestimmt?

Bin ich der Vogel der fliegt,

oder das Blatt welches im Flusse schwimmt?

Handle wirklich Ich, 

oder es durch mich hindurch?

Habe ich vor dem Tod

oder dem Leben mehr Furcht?